Die „Shot Clock“ begeistert die Spieler beim European-Tour-Turnier in Atzenbrugg - Shot Clock Masters

Die „Shot Clock“ begeistert die Spieler beim European-Tour-Turnier in Atzenbrugg


Der Schwede Oscar Lengden führt nach dem ersten Tag beim Shot Clock Masters mit 6 unter Par vor Miguel Ángel Jimenez, Peter Hanson und Tapio Pulkkanen. Die Österreicher Matthias Schwab und Sepp Straka liegen mit 3 unter Par auf Rang 11. Die Rundenzeiten waren im Schnitt bereits um 37 Minuten kürzer, einige Flights blieben sogar unter vier Stunden. Strafschläge wurden dagegen keine notiert. Der Plan der European Tour, das Spiel schneller zu machen, ging bereits nach der ersten Runde voll auf!

 

In den letzten Wochen und Tagen wurde viel diskutiert und darüber gerätselt: Was wird die Shot Clock bringen? Unter anderem sollen die Rundenzeiten kürzer und dadurch das Spiel der Pros schneller werden. Heute nach dem ersten Tag wissen wir es bereits: Dieser Plan ist auf jeden Fall voll aufgegangen! Obwohl die Referees am heutigen Tag noch nicht allzu streng mit der Zeitnehmung waren, kamen die meisten Flights schon nach knapp vier Stunden wieder ins Clubhaus zurück. Offensichtlich war heute auch eines: Die Shot Clock ist nicht zum „Bestrafen“ da, sondern soll die Pros zum schnelleren Handeln und Spielen animieren – genau dieses Ziel wird von der European Tour verfolgt und genau das hat sich bereits heute eindrucksvoll gezeigt.

Die Spieler sind von der Innovation auf jeden Fall begeistert. Egal, wen man nach der Runde fragte – die Antwort war stets die gleiche. „Die Shot Clock war richtig cool. Nach den ersten zwei Löchern habe ich mich darauf eingestellt, danach habe ich sie eigentlich gar nicht mehr bemerkt“, erklärte etwa Matthias Schwab, der eine solide, bogeyfreie Runde von 3 unter Par hinlegte und nach Tag 1 auf Platz 11 liegt, „wir haben zwischendurch hin und wieder warten müssen, sonst hätten wir sogar unter vier Stunden gespielt – das ist eigentlich sensationell.“ Der 23-jährige Steirer hatte auf keinem der 18 Löcher Probleme mit der Uhr im Hintergrund – umso mehr hatte er nur lobende Worte dafür: „In unserem Flight war es nie knapp mit der Zeit. Es würde mich eigentlich wundern, wenn es Strafschläge geben würde im Laufe des Turniers.“ Dabei hätte es zwei Spieler fast „erwischt“: Chase Koepka und Paul Shields schlugen den Ball gerade noch rechtzeitig, als die Uhr von 1 auf 0 sprang…
Auch Sepp Straka kam mit 3 unter Par ins Clubhaus zurück. Auf seiner Runde war alles dabei, wie er es gut umschrieb: ein Eagle, vier Birdies, ein Bogey und ein Doppelbogey. Der Wahlamerikaner verzichtete die letzten beiden Tage auf eine Proberunde im Diamond Country Club, dennoch war er vom ersten Loch weg souverän unterwegs. „Ich kenne den Platz gut genug, außerdem bin ich in Form, also war eine Proberunde nicht notwendig“, so Straka. Auf die Shot Clock angesprochen, konnte auch er nur ein positives Resümee ziehen: „Ich finde sie total lässig. Das war die schnellste Runde für mich als Profi, die ich jemals gespielt habe. Es ist für mich extrem angenehm, wenn die anderen Spieler auch schneller schlagen müssen.“

Die Shot Clock steht definitiv im Mittelpunkt des Turniers und ist nicht nur ein begehrtes Fotoobjekt, sondern entwickelt sich zum „Liebling“ der Spieler. Selbst Lukas Nemecz, der drittbeste Österreicher (1 über Par), freundete sich nach anfänglicher Skepsis mit der Uhr an. „Auf den ersten Löchern habe ich mich selbst noch ein wenig unter Druck gesetzt, in meinem Unterbewusstsein spürte ich die Uhr. Aber ich fand für meine Schlagvorbereitung trotzdem immer genug Zeit, es war nicht so stressig wie ich es anfangs befürchtet habe. Und irgendwann denkt man gar nicht mehr daran.“
Auch jene Spieler, die im Leaderboard ganz vorne zu finden sind, zeigten sich begeistert. Golflegende Miguel Ángel Jimenez (mit 5 unter Par auf Rang 2), der mit seinem Flight 3:57 Stunden für die 18 Löcher benötigte, meinte: „So schnell habe ich noch nie gespielt, es war großartig. Ich fühle mich jung wie nie zuvor.“ Peter Hanson, schlaggleich mit dem Spanier, sprach sogar von der besten Runde, die er jemals absolviert hat: „Ich liebe die Shot Clock jetzt schon! Man muss sich nicht extra beeilen, sondern nur bereit sein zu spielen. Runden um die vier Stunden machen richtig Spaß und man ist viel konzentrierter. Ich kann der European Tour nur gratulieren zu diesem neuen Format.“

Was die Rundenzeiten betrifft, ist der Plan der European Tour schon am ersten Tag voll aufgegangen! Ein Flight am Nachmittag (Nico Geyger, Henric Sturehed, Kristian Krogh Johannessen) kam bereits nach 3:53 Stunden (!) ins Clubhaus zurück. Insgesamt gab es fünf Flights, die unter vier Stunden blieben. Die Durchschnittszeit der Flights betrug heute 4:11 Stunden. Wenn man vergleicht, dass der Durchschnitt heuer auf der Tour bislang bei 4:48 Stunden lag, dann ist das eine deutliche Verkürzung um 37 Minuten. Genau das ist das Ziel der Tour – das Shot Clock Masters hält also schon nach dem ersten Tag das, was es versprochen hat!

 

Die Platzierungen und Scores der Österreicher:

11. Matthias Schwab und Sepp Straka (beide 69 / 3 unter Par)
69. Lukas Nemecz (73, / 1 über Par)
82. Clemens Prader (74 / 2 über Par)
92. Maximilian Steinlechner (Am) und Markus Brier (beide 75 / 3 über Par)
103. Bernard Neumayer (76 / 4 über Par)
108. Leo Astl (77 / 5 über Par)
112. Johannes Steiner (78 / 6 über Par)
118. Berni Reiter (80 / 8 über Par)
119. Rene Gruber (81 / 9 über Par)

 

ATZENBRUGG,AUSTRIA,07.JUN.18 – GOLF – PGA European Tour, Shot Clock Masters, Diamond Country Club. Image shows Matthias Schwab (AUT). Photo: GEPA pictures/ Christian Walgram

ATZENBRUGG,AUSTRIA,07.JUN.18 – GOLF – PGA European Tour, Shot Clock Masters, Diamond Country Club. Image shows Sepp Straka (AUT). Photo: GEPA pictures/ Christian Walgram