Alle Fragen und Antworten zum Shot Clock Masters - Shot Clock Masters

Alle Fragen und Antworten zum Shot Clock Masters




Kurz gesagt: eine Uhr, die einen bestimmten Countdown runterzählt. Genauer erklärt ist es eine Zeitanzeige, die in diversen Sportarten wie Basketball, Handball oder Wasserball bereits zum Einsatz kommt. Auf ihr werden die verbleibenden Sekunden bis zum Ablauf der sogenannten „Angriffszeit“ angezeigt. Im Golfsport soll die Shot Clock einen Countdown vor jedem Schlag runterzählen.

Die Geschwindigkeit des Spiels, das sogenannte „pace of play“, war in den letzten Jahren immer wieder großes Diskussionsthema unter Spielern, Zuschauern und Turnierorganisatoren – vor allem wenn sich Spieler auf ihren Runden zu viel Zeit ließen. Die European Tour hat sich daher das Ziel für die Zukunft auferlegt, das Golfspiel schneller zu machen und somit in weiterer Folge auch attraktiver und interessanter zu gestalten.

Die Organisatoren des Turniers sind seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner für die European Tour und zeigen immer wieder große Bereitschaft, wenn es darum geht, Innovationen und neue Ideen für den Golfsport (z. B. „Beat the Pro“) professionell umzusetzen. Insofern war die Antwort sehr schnell klar, als die Anfrage der European Tour kam, die Shot Clock im Turnier einzusetzen.

Ja, im Vorjahr bei den Golf Sixes – dort wurde sie bei einem Loch eingesetzt.

Das Turnier in Österreich hat mittlerweile eine lange Tradition, diese bleibt erhalten, am Modus selbst wird nichts verändert. Es wird nach wie vor ein Zählwettspiel an vier Tagen über jeweils 18 Löcher durchgeführt. Was sich ändert, ist die Anzahl der teilnehmenden Spieler, beim Turnier in Atzenbrugg werden maximal 120 Spieler abschlagen, der Cut liegt nach wie vor bei den 65 besten plus Geteilten.

In einem Satz zusammengefasst: Das gesamte Turnier wird technischer und digitaler. Jeder Flight wird von einem Referee auf einem E-Cart begleitet, auf dem eine für alle sichtbare digitale Uhr sowie ein Scoreboard aufgebaut sind. Der Referee bedient mittels Tablet die Stoppuhr und den Screen.

Ganz einfach gesagt: Der Referee rückt im gesamten Turnier mehr in den Vordergrund und bekommt einen höheren Stellenwert. Es wird mehr Referees geben als bei den Turnieren zuvor, nämlich 24. Im Vorfeld des Shot Clock Masters werden die Referees noch ganz genau geschult werden.

In den meisten Fällen gilt die „40-Sekunden-Regel“ für den Schlag, d. h. innerhalb dieser 40 Sekunden muss der Spieler seinen Schlag ausführen. In bestimmten Situationen hat der Spieler dafür 50 Sekunden Zeit – und zwar gilt das für jeden, der als erster den ersten Schlag aufs Grün macht. Das ist der Fall beim Abschlag auf einem Par 3, beim zweiten oder dritten Annäherungsschlag auf einem Par 4 oder Par 5 oder beim ersten Chip aufs Grün. Auch der Spieler, der als erster auf dem Grün puttet, bekommt 50 Sekunden für seine Vorbereitung.

Einzig und allein der Referee – er entscheidet, wann er auf die Stoppuhr drückt und wann der Countdown zu laufen beginnt. Er kündigt den Start des Countdowns mit einem „The time starts“ an, damit die Spieler nicht ständig auf die Uhr schauen müssen.

Ja, jeder Spieler bekommt die Möglichkeit, zwei Time-outs pro Runde zu nehmen. Sollte sein Ball so liegen, dass er eine längere Vorbereitung auf den Schlag benötigt, kann er beim Referee ein Time-out beantragen und bekommt somit mehr Zeit als die 40 Sekunden.

Solang die Ruling-Entscheidung nicht getroffen ist, wird die Uhr nicht gedrückt. Die Shot Clock kommt nur dann zur Anwendung, wenn der Spieler sich entschieden hat, den Ball zu spielen.

Dann bekommt er sofort einen Strafschlag zugesprochen, der mit einer roten Karte auf dem Leaderboard angezeigt wird.

Das ist zweifelsohne die interessanteste Frage für alle! Die European Tour geht davon aus, dass sich  die Rundenzeiten erheblich verkürzen, schätzungsweise zwischen 30 und 45 Minuten werden eingespart. Durch das schnellere Spiel könnte sich aber auch die Performance der Spieler verändern – und zwar im positiven Sinne. Erste Statistiken besagen nämlich jetzt schon, dass sich die Leistungen der Spieler verbessern, wenn sie sich noch stärker auf ein schnelleres Spiel konzentrieren. Die entscheidenden Schlüsse können aber sicherlich erst nach dem Shot Clock Masters gezogen werden

Im Prinzip könnte dieses Turnier vom 7. bis 10. Juni für Geschichte schreiben und die Zukunft des Golfsports erheblich beeinflussen. Sollte sich die Shot Clock als besonders positiv herausstellen, könnte sie in der Zukunft wohl bei jedem größeren Turnier auf der Tour zum Einsatz kommen. Die Sportgeschichte hat schon des Öfteren bewiesen, dass gewisse Regeleinführungen in diversen Sportarten höchst erfolgreich waren – so würde heuzutage niemand mehr an der Rückpassregel im Fußball oder am Tie-Break im Tennis zweifeln.